Rahmenthema 2012
Orientierung durch Tradition
Ist die neue Generation der Messias der alten oder?
Freitag, 10. Februar 2012: Ist die neue Generation der Messias der alten oder...? -
Einführung in das Rahmenthema
Dr. Arnold K.D. Lorenzen, GEFAP e.V.
Freitag, 20. April 2012: Philosophie und Philosopheme im Film
Dr. Hans J. Neubert, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent
Freitag, 21. September 2012: Die Väter aßen saure Trauben, den Kindern sind die Zähne stumpf geworden ... Und die süßen Trauben?
Dr.theol. Jörn Halbe; Dr. Horst Kämpfer, Pastoralpsychologe
Freitag, 9. November 2012: Tradition kontra Virtualität
Johanna Lemke MA, Journalistin
Veranstaltungshinweise
Ort: Hamburg-Othmarschen, Straßweg 17, c/o Völk-Milster
Zeit: jeweils 20.00 bis ca. 22.30 Uhr
Leitung/Info: Dr. Arnold K.D. Lorenzen
Zum Rahmenthema: Orientierung durch Tradition
Tradieren heißt, eine Verpflichtung gegenüber einer Vergangenheit eingehen, die den Charakter einer vertragsartigen Bindung hat. (nach Jan Assmann)
In diesem Jahr wollen wir einen Teilbereich ethischer Orientierung beleuchten: Tradition, Überlieferung, Weitergabe, geistiges und seelisches Erbe, Erinnerung, oder wie Jan Assmann meint: kulturelles Gedächtnis durch Wiederholung und Vergegenwärtigung (konnektive Struktur: Handeln, Dinge, Kommunikation, Sinn). Es geht um Möglichkeiten und Grenzen einer orientierenden Bestimmung durch Leitvorstellungen und Exempla aus der Tradition, sowie um die Frage, ob es reicht handelnd zu sagen: „I was born ready“.
Philosophie, Religion und Wissenschaft sowie Vermittlungsagenturen wie Medien, Schule, Universität, Politik reflektieren die Gegenwart, sie agieren aber auch als Agenten von Überlieferungen.
Orientierungsprobleme und Konflikte der Mitglieder einer Gesellschaft entstehen nicht allein aufgrund ungleicher Einkommen, unterschiedlicher Schicht, verschiedenartiger Bildungsgrade, heterogener Kultur, konkurrierender Vorstellungen über Politik und Wirtschaft. In jeder Gesellschaft leben zur gleichen Zeit ungleichzeitig geborene Generationen in einem Nach-, Mit- und Gegeneinander ihrer bewussten und unbewussten Wertvorstellungen und Lebensmuster.
Jeder Generationswechsel erzwingt Stellungnahmen zu Traditionsbeständen, die sich als ganz konkrete Autoritätsstellung lebendiger Personen darstellen. Durch den Wechsel der Generationen entsteht – auch in statischen Gemeinschaften - Dynamik. Aus dieser Dynamik, aus dem Verhältnis der Generationen, können Konflikte entstehen, wenn die älteren Generationen sich in ihre tradierten Lebensstile, Verhaltensmuster und Werte verbeißen, bzw. sogar zur Übernahme auffordern.
